Wie sich unsere Augen an die Dunkelheit anpassen

06.02.2018

Unsere Augen sind verblüffend viel­seitig. Dank unserem Seh­ver­mögen können wir bei Hellig­keit und Dunkel­heit optimal sehen, denn unsere Augen sind dafür ausge­stattet, den unter­schied­lichsten Licht­beding­ungen gerecht zu werden. Wie funk­tioniert das? Zwei verschiedene Bereiche des Auges ermög­lichen diese Höchst­leistung: die Pupille und die Netz­haut.

Die Pupille

Je nach Licht­ver­füg­bar­keit erweitert sich die Pupille oder zieht sich zusammen. Der Pupillen­licht­reflex steuert den Pupillen­durch­messer. Bei Hellig­keit zieht sich die Pupille zusammen und lässt dem­ent­sprech­end weniger Licht eindringen. Bei Dunkel­heit passiert das Gegenteil. Die Pupille erweitert sich reflex­artig, um mehr Licht zur Retina (Netz­haut) durch­zulassen.

Die Netzhaut – Stäbchen- und Zapfen­zellen

Die Netz­haut verfügt über zwei verschie­dene Zellarten. Die Zapfen­zellen können helles Licht wahr­neh­men, während die Stäbchen­zellen besonders effizient bei Rest­licht funk­tionieren, indem sie schwarze und weiße Bilder unter­scheiden.

Rhodopsin – unent­behr­lich für die Nacht­sicht

Inner­halb der Retina gibt es eine chemische Subs­tanz, das Rhodopsin. Nur dank Rhodop­sin­mole­külen können Stäb­chen­zellen Photonen absor­bieren und somit Licht wahr­neh­men. Wenn man plötz­lich hellem Licht ausge­setzt ist, teilen sich die Stäb­chen unmittel­bar. Die Teilung dieser Stäbchen wandelt Rho­dopsin in die chemische Subs­tanz Photor­hodopsin, welche sich kurz darauf zu der Subs­tanz Bathorho­dopsin weiter­verwan­delt. Wenn diese letzte Etappe erreicht ist, sind die Stäbchen­zellen komplett dysfunk­tional. Die Zapfen­zellen schreiten sofort ein, um das Sehen wieder­her­zu­stellen.

Wenn Sie sich in einem Raum mit hellem Licht befinden und dieses plötz­lich ausgeht, akti­vieren sich die Stäb­chen­zellen auto­matisch, während sich die Zapfen­zellen deak­tivieren. Nach einigen Minuten im Dunkeln verbinden sich die Rhodopsin­mole­küle wieder zur Substanz Rhodopsin, die die Nacht­sicht deutlich verbessert. Bis zu einer Stunde kann es dauern, bis die Nacht­sicht ihre Höchst­leistung erreicht hat.

Jeder kennt diese Erschei­nung: Zuerst scheint alles pech­schwarz zu sein, aber dann gewöhnen sich die Augen all­mählich an die schwächeren Licht­beding­ungen und lassen nach und nach die Umge­bung sichtbar werden. Ein interes­santes Beispiel dafür ist das Training von Soldaten. Während mancher Übungen bleibt ein Auge stets abge­deckt, sodass im Falle einer plötzlichen Abdun­kelung das abge­deckte Auge sofort einsatz­fähig ist.

Spielen Lebens­mittel eine Rolle, die reich an Vitamin A sind?

Lebens­mittel, die reich an Vitamin A sind, wie Grünkohl oder Möhren, tragen erheblich zur Unter­stütz­ung der Rhodopsin-Metamor­phose bei. Jedoch führt eine starke Ein­nahme dieser Vitamine zu keiner über­durch­schnitt­lichen Sehkraft in der Dunkel­heit. Aller­dings würde ein Mangel an Vitamin A zwangs­läufig eine Verschlech­terung der Sehkraft zur Folge haben. Die Vor­stellung, dass Möhren den Augen Super­kräfte verleihen, stammt aus dem Zweiten Welt­krieg. Die britische Royal Air Force erzählte der Presse, dass ihre Nacht­angriffe erfolgreich waren, weil ihre Piloten viel Möhren aßen. In Wahrheit wollte die britische Luft­waffe verheim­lichen, dass sie die Flug­zeuge der deutschen Luft­waffe mit Flug­radaren anvisierten.

Fazit

Ihre Augen können sich von Natur aus unter­schied­lichen Licht­ver­hält­nissen sehr gut anpassen. Mit einer ausge­wogenen, v.a. Vitamin-A-reichen Ernäh­rung können Sie Ihre Seh­kraft unter­stützen. Doch wenn Sie in der Dunkel­heit wirklich gut sehen wollen, ist es am Ende sinn­voller eine Nacht­sicht­brille zu kaufen als eine Tüte Möhren.

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